Äquator – Die Linie des Lebens

Wenn wir aus dem Weltraum auf die Erde blicken, sehen wir, dass die Erdoberfläche von unzähligen Linien durchzogen ist – manche hat die Natur geschaffen, manche der Mensch. Aber keine ist so wichtig wie die 40.000 Kilometer lange, unsichtbare Linie des Äquators. Geografen sehen in ihr lediglich den Breitengrad 0, der die Erde in eine Nord- und eine Südhälfte teilt. Doch der Äquator ist viel mehr. Er gilt als Wiege des Lebens – und als Museum des Lebens. An dieser Nahtstelle brechen sich Meeresströme und Winde, die Auswirkungen bis zu den Polen haben. Hier ist jeder Tag gleich lang und – war bis vor kurzem – gleich warm. Etwa 80 Prozent dieser 40.000 Kilometer langen Linie verlaufen im Wasser. Der Rest verbindet vierzehn Länder in Südamerika, Asien, Afrika und Ozeanien mit ganz unterschiedlichen Kulturen und einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. So unterschiedlich diese Orte und ihre Bewohner auch sind, in einem Punkt sind sie sich alle einig: Sie leben in einem wahren Paradies. Doch wie lange können sie dort noch leben? Vielen von ihnen droht die Vertreibung aus dem Paradies. Schuld ist der Klimawandel. Der damit verbundene, steigende Meeresspiegel ist nicht nur zur Gefahr für einzelne Regionen geworden, sondern für ganze Nationen. Stimmen die Prognosen einiger Wissenschaftler, werden die Bewohner des Südseeparadieses Kiribati die ersten offiziellen Klimaflüchtlinge der Erde sein. Der Staat droht bis 2020 für immer im Meer zu versinken. Der Auszug aus dem Paradies scheint unausweichlich zu sein. Ein halbes Jahr lang – von der Tagundnachtgleiche im Frühjahr 2017 bis zur Tagundnachtgleiche Herbst 2017 – haben internationale Filmteams das Leben der Menschen und Tiere in den Äquatorregionen mit der Kamera festgehalten. Dabei entstand ein noch nie dagewesenes, bildstarkes, fast 12-stündiges Porträt der bunten Lebenswelten am Äquator in all seinen Facetten.