Äquator – Die Linie des Lebens

Ein halbes Jahr lang – von der Tagundnachtgleiche im Frühjahr 2017 bis zur Tagundnachtgleiche Herbst 2017 – haben internationale Filmteams das Leben der Menschen und Tiere in den Äquatorregionen mit der Kamera festgehalten.

Staffel 1, 12 Folgen

Äquator – Die Linie des Lebens - Ohne Schatten
Der kleine Pazifik-Atoll Abaiang gehört zum Inselstaat Kiribati in unmittelbarer Äquatornähe und liegt mitten im Stillen Ozean, an der Datumsgrenze. Dort züchtet der Agrar-Experte Kaboua John Kokospalmen-Setzlinge für die Gemeinschaft. Er sagt, Kiribati sei ein Paradies. Allerdings ist es bedroht. In den vergangenen 25 Jahren stieg der Meeresspiegel stetig an. Den Inseln von Kiribati, die nur wenige Meter aus dem Meer ragen, droht die Überflutung. Die Bewohner der ehemals britischen Inseln leben vorwiegend in Selbstversorgung und erwirtschaften ihren Lebensunterhalt mit traditionellen Methoden. Das Wissen der Altvorderen schützt leider nicht vor den Folgen des Klimawandels. Ecuador wurde nach seiner Lage am Äquator benannt. Dort kämpft die indigene Andenbäuerin Magdalena Fueres darum, altes Wissen zu bewahren. Jedes Jahr zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche nimmt sie an der Prozession zum Fest Mushuk Nina teil. Es bedeutet „Neues Feuer“ und feiert die Leben spendende Vereinigung von Sonne und Erde. Bereits vor der Zeit der Inkas wussten indigene Völker um die Besonderheit ihrer geografischen Lage. Daran erinnert der ecuadorianische Geograf Cristobal Cobo mit dem Monument einer riesigen Sonnenuhr. Besucher lernen unter anderem, wie genau der Stand der Sonne die Jahreszeiten entstehen lässt. „Ich reise gern, weil ich dabei lerne“, sagt der Fotograf Babak Tafreshi, der auf São Tomé und Príncipe unterwegs ist. Er möchte das Verschwinden der Schatten zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche im Bild festhalten. Doch gerade im März sorgt die starke Sonneneinstrahlung für Wolken und Gewitter.
0 52Min. 2018
Äquator – Die Linie des Lebens - Träume am Breitengrad 0
Die aktuelle Reiseetappe auf dem Breitengrad 0 führt zunächst nach Kolumbien. Zwischen Juni und Oktober machen Buckelwale vor der Küste des südamerikanischen Landes halt für die Paarung. Das Kamerateam begleitet die Walforscherin Natalia Gotero Acosta bei ihren Ausfahrten durch die Bucht von Nuquí, entdeckt mit ihr die faszinierenden Gesänge der Wale und erlebt ihre Freundschaft mit den Bewohnern der abgeschiedenen Küstenregion mitten im Dschungel. Brazzaville, die Hauptstadt der Republik Kongo, ist die Heimat einer der überraschendsten Subkulturen Afrikas – der „société des personnes des ambiateurs et des personnes élégantes“ kurz „SAPE“ genannt. Das bedeutet in etwa „Gesellschaft der Nachtschwärmer und eleganten Personen“. Mit großer Liebe fürs Detail folgen dort Männer ihrer Leidenschaft für die Haute Couture und das Dandytum. Der Film zeichnet ein Porträt einiger der exzentrischen Hauptdarsteller dieser einzigartigen kongolesischen Modebewegung. Im Norden der indonesischen Insel Java hat Küstenerosion in den letzten Jahrzehnten mehrere Dörfer weggespült. Dort zeigt sich schon heute, welchen Gefahren die Menschen in den Inselstaaten am Äquator durch die Folgen des Klimawandels einmal ausgesetzt sind. Die Javanerin Pasijah lebt mit ihrer Familie in einem Haus, das seit der Überschwemmung mitten im Meer liegt. Vom einstigen Paradies ist dort nicht mehr viel übrig geblieben.
0 52Min. 2018
Äquator – Die Linie des Lebens - Drohende Gefahr
Im Loango-Nationalpark von Gabun erforscht die renommierte Zoologin Martha Robbins das Sozialverhalten Westlicher Flachlandgorillas. Buschfleisch-Jäger, Krankheiten und die Zerstörung von Lebensraum haben dafür gesorgt, dass die Art vom Aussterben bedroht ist. Martha Robbins möchte mit ihrer Forschung helfen, in Gabun hochwertigen Öko-Tourismus zu etablieren, dessen Erlöse dem Naturschutz zugutekommen sollen. Wer von Gabun in Westafrika auf die Galapagos-Inseln will, legt Richtung Westen entgegen der Erdrotation ein Viertel des Äquatorumfangs zurück. Der zu Ecuador gehörende Galapagos-Archipel, rund 1.000 Kilometer westlich vor dem südamerikanischen Festland im Pazifik gelegen, gilt als lebendiges Museum der Evolutionsgeschichte. Die Abgeschiedenheit und die äquatoriale Lage haben einen Artenreichtum hervorgebracht, der schon Charles Darwin beeindruckte. Seine Beobachtungen auf Galapagos trugen entscheidend dazu bei, das Prinzip der Evolution zu erkennen. Galapagos zieht immer mehr Naturliebhaber an. Welche Folgen hat das auf die Tierwelt der Vulkaninseln? Das erforschen Biologen am Beispiel der Darwin-Finken. Der vergletscherte Gipfel des Vulkans Santa Isabel liegt etwas nördlich des Äquators in 4.950 Metern Höhe. Er ist einer von nur noch sechs Andengletschern auf kolumbianischem Gebiet. 1970 waren es noch 17. Akribisch dokumentiert Jorge Ceballos, Kolumbiens erster und wohl auch letzter Glaziologe, das Verschwinden des Eises. Seine Messdaten fließen in die weltweiten Klimaprognosen ein.
0 52Min. 2018
Äquator – Die Linie des Lebens - Kreislauf des Wassers
Der Klimawandel wirkt sich auch am Äquator aus. In vielen Regionen wird es heißer, El Niňo-Effekte häufen und verstärken sich, nötiger Regen bleibt aus. Wie kommen Menschen und Tiere mit den Folgen zurecht? Auf den Galapagos-Inseln patrouilliert der Tierarzt Gustavo Jimenez auf entlegenen Küstenstreifen, um die Pinguin-Population zu überwachen. Dort leben die einzigen Pinguine, die am Äquator eine Nische gefunden haben. Doch die Anpassung stößt an ihre Grenzen. Die Hauptbedrohung für die Tiere ist El Niño. Die Nahrung im Meer wird dann so knapp, dass oft die Hälfte der Population verhungert. Die Forscher fürchten um das Überleben der Art. El Niňo macht nicht nur den Bewohnern des Meeres zu schaffen. In Kolumbien nimmt das Wetterphänomen auch das Land in den Schwitzkasten. Im Zentrum der kolumbianischen Andenregion herrscht eigentlich ein gemäßigtes tropisches Klima. Perfekt für den berühmten Arabica-Kaffee. Doch seit einiger Zeit wollen die Pflanzen nicht richtig wachsen. Schädlinge vermehren sich, die Pflanzen werden krank. Jetzt ziehen erste Plantagen weiter ins Hochland, um den Klimawandel zu kompensieren. Im Nordosten Brasiliens herrscht die schlimmste Dürre seit über 100 Jahren. Wegen El Niňo bleibt der spärliche Regen immer häufiger ganz aus. Der Sertão ist eine unwirtliche Halbwüste, das Überleben war dort schon immer hart. Doch jetzt bedroht der extreme Wassermangel zwölf Millionen Kleinbauern. Sie leiden unter der sogenannten „grünen Dürre“. Der Boden hält genug Wasser für robuste Pflanzen, nicht aber für Gemüse.
0 52Min. 2018
Äquator – Die Linie des Lebens - Abenteuer und Pioniere
Rund um den Äquator lebt eine junge, moderne Generation. Vernetzt mit der Welt. Sie lieben ihre Heimat und sie kämpfen für sie. Ugandas erfolgreichster Regisseur und Filmproduzent hat nie eine Filmschule besucht. Issac Nabwana ist in Kampalas Slum Wakaliga aufgewachsen und hat daraus eine Traumfabrik gemacht. Der Slum gab der aufstrebenden Filmindustrie ihren Namen: Wakaliwood. Mit minimalem Budget und größtem Einsatz realisiert Isaac Action-Filme, die dank Internet inzwischen international bekannt sind. Die Schauspieler kommen alle aus dem Slum. Requisiten werden aus Schrott gebaut. Der Erfolg der Filme ist in Uganda extraordinär. Isaac Nabwana will nicht raus aus dem Slum, sondern den Slum verändern. In Brasilien zieht der Biologe Diogo Souza verwaiste Manatis auf. Die Rundschwanz-Seekühe leben im Amazonasgebiet und stehen vor der Ausrottung, weil sie wegen ihres Fleisches überjagt wurden. Für die Auswilderung der geretteten Jungtiere startet der Biologe ein großes PR-Event und stellt sie auf einer abenteuerlichen Amazonas-Kreuzfahrt der Welt vor. Dabei lernen auch die Bewohner von kleinen Amazonas-Dörfern den Wert der Manatis zu schätzen. Auf Kiribati sucht die Schauspielerin Lulu DeBoer nach ihrem Kindheitsparadies. Sie wurde dort geboren, wuchs aber in Texas auf. Jetzt ist sie zurückgekehrt in den Inselstaat, der wohl in wenigen Jahrzehnten vom Meer verschlungen sein wird. Lulu möchte einen Film über Kiribati drehen und den Atollen ein Gesicht geben. Sie hofft, dass die Menschheit versteht, wie schützenswert ihr Paradies ist, und mehr gegen den Klimawandel unternimmt.
0 52Min. 2018

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